Am Montag, 05.07.2010, haben die Baumaschinen im Industriepark Bergheim ihre Arbeit aufgenommen. Kettenraupen bereiten derzeit den Untergrund für den Aushub der Baugruben vor. Insgesamt werden etwa 5.500 Kubikmeter Erde bewegt. Bauherrin des Projektes ist die Bioenergie Bergheim GmbH, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Windwärts Energie GmbH. Die Bauleitung liegt bei der Windwärts Energie GmbH. Ende des Jahres soll das erste Biogas produziert werden.
Klimafreundliche Energie für mehrere tausend Privathaushalte
„Nachdem wir im letzten Jahr die zweite Siloplatte zur Einlagerung der Energiepflanzen fertig gestellt haben, freuen wir uns, jetzt mit dem Anlagenaufbau zu beginnen“, sagt Henning Lahrmann, Bauleiter der Windwärts Energie GmbH. Die Biogasanlage des Herstellers Schmack Biogas GmbH wird jährlich etwa 5,3 Millionen Kubikmeter Biogas produzieren. Dies entspricht einer elektrischen Nennleistung von etwa 1,4 Megawatt. „Mit diesem Gas können jährlich rund 11 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt werden. Das entspricht dem Strombedarf von circa 3.600 Privathaushalten“, erklärt Lahrmann. Der Ausbau der Biogaserzeugung folgt den deutschen und europäischen Klimaschutzzielen. Strom und Wärme, die aus einem Hektar Energiepflanzen erzeugt werden können, sparen 15 Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr ein.
Bioenergie „Made in Bergheim“
Im Biogasprojekt Bergheim wurden bisher zwei Siloplatten mit einer Grundfläche von insgesamt 4.000 Quadratmetern gebaut. Je nach Füllhöhe können dort bis zu 15.000 Tonnen Energiepflanzen eingelagert werden. Über 30 Landwirte aus Steinheim und Umgebung bauen für das Projekt Energiepflanzen an. Aufgrund von Verzögerungen im Verlauf der Projektrealisierung wurden die Energiepflanzen bisher an andere Biogasanlagen weiterverkauft. Die diesjährige Ernte wird erstmalig am Projektstandort in Bergheim Bioenergie erzeugen. „Damit können wir den Landwirten auch die im Vergärungsprozess entstehende Gärprodukte direkt am Anlagenstandort zurückgeben“, sagt Lisa Barbrock, Projektingenieurin der Windwärts Energie GmbH und verantwortlich für die Sicherung der Einsatzstoffe. Die ausgegorenen Gärsubstrate dienen Landwirten als hochwertiger Dünger. Mit dem Ausbringen dieses Düngers auf die Felder schließt sich auch der Stoffkreislauf der Biogaserzeugung.
Die diesjährige Maisernte für das Biogasprojekt Bergheim beginnt am 24. September. Innerhalb von etwa fünf Tagen wird der Energiemais geerntet und am Projektstandort im Industriepark Bergheim eingelagert. Der Ernteverkehr wird hauptsächlich zwischen 6 und 22 Uhr erfolgen, um die Geräuschbelastung für die Anwohner möglichst gering zu halten. Anfang September wurde der Bau der zweiten Siloplatte erfolgreich abgeschlossen.
„Wir freuen uns über die Fertigstellung der zweiten Siloplatte und den anstehenden Erntebeginn“, sagt Lisa Barbrock, die bei der Windwärts Energie GmbH unter anderem für die Sicherung der Einsatzstoffe verantwortlich ist. Das neu errichtete Silo hat eine Grundfläche von etwa 1.700 Quadratmetern. Je nach Füllhöhe können dort bis zu 7.500 Tonnen Feldfrüchte eingelagert werden. Insgesamt 21 Landwirte aus der unmittelbaren Umgebung haben als Vertragspartner für das Biogasprojekt größtenteils spezielle Energiemaissorten angebaut. „Trotz der trockenen Witterung in den letzten Monaten erwarten wir ein gutes Ernteergebnis“, sagt Ansgar Senneka, der am Projektstandort als Betriebsleiter verantwortlich ist.
Noch in diesem Jahr soll mit dem Bau der Fermenter begonnen werden. Für das zweite Quartal 2010 ist die Inbetriebnahme der Biogasanlage vorgesehen. Der Beginn der Biomethaneinspeisung in das Erdgasnetz ist ab dem vierten Quartal 2010 geplant.
Die Bagger sind seit heute auf dem Gelände des Biogasprojektes im Industriepark Bergheim zum Bau der zweiten Siloplatte im Einsatz. Rechtzeitig zur Maisernte soll die zweite Siloplatte in etwa vier Wochen fertig gestellt sein. Damit können die gesamten vertraglich vereinbarten Ernteerträge eingelagert werden. Der Baubeginn der Biogasanlage ist noch für dieses Jahr geplant. Die Anlage soll bis zum Sommer nächsten Jahres in Betrieb gehen
„Wir lagern dieses Jahr den Mais von etwa 150 Hektar Ackerfläche ein. Für die kommenden Jahre konnten wir die Mais-Anbaufläche verdoppeln“, freut sich Projektingenieurin Lisa Barbrock, die für die Sicherung der Einsatzstoffe verantwortlich ist. „Mit den eingelagerten Ernten aus diesem und dem letzten Jahr ist der Bedarf an Mais für die nächsten Jahre bereits gedeckt. Wir sind dennoch an weiteren Lieferanten interessiert, etwa für Ackergras oder Rindergülle“, sagt Lisa Barbrock.
Die Biogasanlage kann im Volllastbetrieb zwischen 300 und 350 Kubikmeter Biomethan pro Stunde in das öffentliche Gasnetz einspeisen. Das entspricht einer Anlagenleistung von ungefähr 1,2 Megawatt elektrisch.
„Derzeit etabliert sich ein Biomethanmarkt, der einen guten wirtschaftlichen Rahmen für das Biogasprojekt Bergheim darstellt“, berichtet Andreas Becker, Projektleiter der Windwärts Energie GmbH. „Bereits jetzt haben wir interessierte Abnehmer für die nach Inbetriebnahme der Gasaufbereitungsanlage zur Verfügung stehende Biomethanmenge“, sagt Andreas Becker.
Die mit den Stadtwerken Lemgo geführten Vertragsverhandlungen sind aufgrund unterschiedlicher Ansichten in der Projektplanung und Projektumsetzung am 15.07.2009 gescheitert. Die Windwärts Energie GmbH wird das Projekt nun, wie ursprünglich geplant, eigenständig weiterentwickeln und realisieren. Als nächster Schritt wird die zweite Siloplatte errichtet, damit die diesjährigen Ernteerträge planmäßig eingelagert werden können.
Die Windwärts Energie GmbH kooperiert im Biogasprojekt Bergheim (Kreis Höxter, Nordrhein-Westfalen) zukünftig mit den Stadtwerken Lemgo. In dieser partnerschaftlichen Zusammenarbeit ist die Windwärts Energie GmbH für die Beschaffung der Einsatzstoffe und den Betrieb der Biogasanlage verantwortlich. Die Stadtwerke Lemgo übernehmen die Aufgabe, das Biogas aufzubereiten, in das Versorgungsnetz einzuspeisen und es zu vermarkten.
Geplant ist, mit dem Bau der Fermenter noch im Jahr 2009 zu beginnen. Die Einspeisung des Biomethangases soll bei einer Anlagenleistung von bis zu 350 Normkubikmeter pro Stunde ab Sommer 2010 erfolgen.
„Diese Anlage ist sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll – so erzeugen wir klimafreundliches Gas, das aufbereitet wie Erdgas genutzt werden kann“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Arnd Oberscheven und ergänzt: „Indem wir selbst Biogas aufbereiten und nutzen können, machen wir uns unabhängiger von Erdgas-Importen und den damit verbundenen Preisdiktaten.“ Torsten Flemming, Geschäftsführer der Windwärts Energie GmbH, unterstreicht den nachhaltigen Effekt des Projektes: „Gemeinsam schonen wir die natürlichen Ressourcen und reduzieren klimaschädigende Emissionen - eine Strategie, die unsere beiden Unternehmen auszeichnet.“
Die ursprünglich am Standort Barsinghausen geplante Biogasanlage wird voraussichtlich in unmittelbarer Nähe zur Abfalldeponie Kolenfeld errichtet. Der Ortsrat Kolenfeld sowie der Bau- und Verwaltungsausschuss der Stadt Wunstorf haben sich in den vergangenen Wochen für das Projekt ausgesprochen. Am Standort Kolenfeld soll das Biogas auf Erdgasqualität aufbereitet und in das Erdgasnetz eingespeist werden.
„Der Standort an der Abfalldeponie in Kolenfeld ist optimal für den Betrieb einer Biogasanlage“, freut sich Fred Wokittel, Projektleiter der Windwärts Energie GmbH. „Damit haben wir eine Alternative zum Grundstück neben dem Bahlsenwerk am Standort Barsinghausen gefunden. Dort war das Einzugsgebiet für die erforderlichen landwirtschaftlichen Rohstoffe durch den Deister und die Lage der Stadt Barsinghausen vergleichsweise eingeschränkt.“ Mit der Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz am Standort Kolenfeld ist eine Wärmeversorgung von Bahlsen weiterhin möglich. In Kolenfeld eingespeistes Biogas kann am Standort des Bahlsenwerkes bilanziell entnommen werden und in einem Blockheizkraftwerk neben Strom auch Wärme erzeugen. Die Grundlage hierfür bilden im Jahr 2008 verabschiedete Neufassungen gesetzlicher Rahmenbedingungen.
Der Anlagenbau in Kolenfeld wird voraussichtlich im Jahr 2010 erfolgen. Im Vorfeld müssen der Flächennutzungsplan geändert und ein vorhabensbezogener Bebauungsplan erstellt werden. Für eine erfolgreiche Projektumsetzung ist darüber hinaus eine ausreichende Sicherung von Einsatzstoffen erforderlich. „Wir sind sehr optimistisch, da es im Raum Kolenfeld bereits die ersten interessierten Anfragen aus der Landwirtschaft gibt“, sagt Fred Wokittel. „Ab dem ersten Quartal 2009 werden wir uns mit den Landwirten in Verbindung setzen und Gespräche zur Sicherung von Einsatzstoffen führen. Interessierte Landwirte können sich auch schon jetzt gern bei uns über das Projekt informieren.“
In dieser Woche beginnt die Maisernte für das Biogasprojekt Bergheim. Innerhalb von ca. 5 Tagen werden die Energiepflanzen geerntet und einsiliert. Der Ernteverkehr wird hauptsächlich zwischen 6.00 und 22.00 Uhr erfolgen, um die Geräuschbelastung für die Anwohner möglichst gering zu halten. Der Bau der Biogasanlage im Industriepark Bergheim ist im Jahr 2009 geplant. Für den zukünftigen Anlagenbetrieb sucht die Windwärts Energie GmbH weitere Lieferanten für Einsatzstoffe.
„Nachdem eine vollständige Nutzung der Abwärme aus dem Anlagenbetrieb nicht sichergestellt werden konnte, haben wir uns in den vergangenen Wochen intensiv mit alternativen Anlagekonzepten beschäftigt“, erläutert Projektleiter Andreas Becker von der Windwärts Energie GmbH. „Sehr vielversprechend erscheint uns am Standort Bergheim die Aufbereitung und Einspeisung des Biogases in das Erdgasnetz.“ Mit diesem Anlagenkonzept kann die Verwendung des Biogases unabhängig vom Standort der Biogasanlagen und vom Zeitpunkt der Produktion erfolgen. Die voraussichtlich zum 01.01.2009 in Kraft tretende Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ermöglicht es zudem, zukünftig neben Mais auch andere Einsatzstoffe für die Anlage zu verwenden. „Wir suchen daher auch Lieferanten, die beispielsweise Rindergülle oder Rapskuchen liefern können“, sagt Projektingenieurin Lisa Barbrock, die für die Koordination der Projektaktivitäten verantwortlich ist.
Die am Standort Barsinghausen geplante Biogasanlage soll das nahe gelegene Gebäckwerk der Bahlsen GmbH & Co. KG mit Wärme versorgen. Im Verlauf der letzten Monate wurde jedoch bekannt, dass die Unternehmensführung von Bahlsen die Zukunftsfähigkeit des Werkes derzeit grundsätzlich prüft. „Auch aus diesem Grund wurde der ursprüngliche Zeitplan angepasst“, erklärt Fred Wokittel, verantwortlicher Projektingenieur der Windwärts Energie GmbH. „Wir beobachten jetzt erst einmal, ob Bahlsen an seinem Werk und am Standort Barsinghausen festhält. Eine gemeinsame Projektrealisierung ist für uns weiterhin die vorrangige Option. Daneben prüfen wir aber auch weitere Möglichkeiten zur Umsetzung des Projektes im Raum Barsinghausen.”
Die Windwärts Energie GmbH ist zudem weiterhin mit den örtlichen Landwirten im Austausch, die als Lieferanten für die Einsatzstoffe gewonnen werden sollen. „Wir sind mit den Landwirten nach wie vor im Gespräch, um die gegenseitigen Anforderungen für eine erfolgreiche Projektrealisierung abzugleichen. Die Landwirte prüfen natürlich ganz genau, ob sich der Anbau von Energiepflanzen im Vergleich zu anderen Früchten für sie lohnt. Der Boden im Calenberger Land ist sehr gut – und die Konkurrenz für Energiepflanzen zur Biogasgewinnung damit hoch“, sagt Fred Wokittel.
Entgegen der bisherigen Planungen und vor dem Hintergrund der aktuellen Rahmenbedingungen wird sich die Baugenehmigung für die Biogasanlage bis in das nächste Jahr hinein verschieben. Der Baubeginn wird damit nicht mehr Anfang 2009 erfolgen können.
Das Biogasprojekt Bergheim wurde in den vergangenen Monaten weiterentwickelt, so dass der Baubeginn der Anlage bereits in Aussicht stand. Für die Umsetzung fehlte nur noch die Unterzeichnung der Verträge mit den interessierten Wärmeabnehmern.
Nach längeren Verhandlungen mit den umliegenden Gewerbebetrieben wurde jedoch deutlich, dass die im Prozess entstehende Wärme derzeit nicht in dem erforderlichen Umfang an Abnehmer vor Ort verkauft werden kann. „Die vertragliche Sicherung der Wärmeabnahme stellt jedoch eine unabdingbare Voraussetzung für die Mittelfreigabe durch die finanzierende Bank dar“, erläutert Projektleiter Andreas Becker. „Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit ist eine Inbetriebnahme im Jahr 2008 nun nicht mehr möglich.“
Die Windwärts Energie GmbH arbeitet weiterhin an der Realisierung des Biogasprojektes Bergheim. „Wir bleiben am Ball. Die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Biogasprojekt am Standort sind nach wie vor gut“, sagt Andreas Becker. „Auf der Grundlage des neuen EEG, das zum 01.01.2009 in Kraft tritt, sowie der Gasnetzzugangs- und Gasnetzentgeltverordnung prüfen wir jetzt Alternativen zum derzeitigen Anlagenkonzept.“
Die heute im Bundestag verabschiedete Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zum 01.01.2009 wirkt sich auch auf das Biogasprojekt Bergheim aus. Da mit den neuen Konditionen des EEG eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit des ersten Anlagenstranges einhergeht, wurde die Inbetriebnahme entsprechend verschoben. Sie wird voraussichtlich im Januar 2009 mit dem Inkrafttreten der Gesetzesnovelle erfolgen. Dementsprechend ist die Fortsetzung der Bauarbeiten nun für den Spätsommer vorgesehen.
Als Folge der verschobenen Inbetriebnahme wurde beschlossen, die bereits 2007 eingelagerte Maisernte an andere Biogasanlagen weiterzuverkaufen. Interessierte Abnehmer wurden schnell gefunden. Seit dem 2. Juni rollen die ersten Lastwagen auf dem Gelände der Biogasanlage. „So können wir bei der Inbetriebnahme der Biogasanlage auf frische Einsatzstoffe mit hohem Energiegehalt zugreifen“ erläutert Andreas Becker, Leiter des Projekts, einen Vorteil gegenüber der Nutzung der eingelagerten Silage. „Wir stehen zu unserer vertraglichen Verpflichtung, den für uns angebauten Mais auch in diesem Jahr abzunehmen.“ Durch den Verkauf wird sichergestellt, ausreichend Lagerkapazitäten für die Ernte 2008 bereitstellen zu können. Der Abtransport der Silage wird voraussichtlich bis Mitte September abgeschlossen sein.